Wieder dabei: Erstes Pfingstcamp der SDAJ in Ostdeutschland seit fast 10 Jahren

Der Osten ist wieder dabei: Unter den regionalen Pfingstcamps der SDAJ war 2011 bei Bernau, nahe Berlin, auch ein Ostcamp vertreten.
40-60 Mitglieder aus SDAJ, DKP, befreundeten Organisationen und Sympathisanten entspannten, diskutierten, sangen und feierten gemeinsam von Freitag bis Pfingstmontag.

In Workshops tauschten sich die Teilnehmer u. a. darüber aus, wie die antikapitalistische linke Jugendbewegung mit der immer stärkeren polizeilichen Gewalt gegen Demonstranten und organisierte Linke umgehen kann. Die jüngsten Erfahrungen in Berlin zeigten, dass die Polizei neonazistische Aufmärsche schützt und gegen antifaschistische Demonstranten mit Härte und oft brutaler Gewalt vorgeht. Einer breiten Öffentlichkeit sollte das Verhalten der Polizei bekannt gemacht werden.

Polizeiliche Gewalt und politische Repression erleben Linke aber auch in anderen Ländern. Denn das Problem ist so international, wie der Widerstand dagegen sein muss, und internationale Fragen wurden auch auf dem Pfingstcamp behandelt: Die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB) berichtete von Geschichte und aktuellen Problemen der kurdischen Befreiungsbewegung in der Türkei. Einem interessierten wie kritischen Publikum stand eine Vertreterin der kubanischen Botschaft Rede und Antwort über den 6. Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas und die ökonomischen und politischen Reformen in Kuba.

Die DKP-Parteigruppe Berlin brachte sich mit einer Diskussionsrunde über Legitimation und Aufbau kommunistischer Organisationen inhaltlich im Pfingstcamp ein.

Erkenntnisse über die Situation von Jugendlichen in der Krise des Kapitalismus und politische Konzepte der Selbstorganisation von Jugendlichen sollte eine abschließende Podiumsdiskussion liefern. Die meisten politischen Organisationen stehen auf revisionistischen Standpunkten. Diese Standpunkte werden ihnen aber nicht oktroyiert, sondern spiegeln die Meinung ihrer Mitglieder wieder. Das ist schlecht, aber auch gut. Denn bei solchen Menschen bieten sich der antikapitalistischen Linken Chancen, durch politische Aktionen Bewusstsein zu erzeugen. Die strike-back-kampagne der SDAJ, die mit der Podiumsdiskussion ihren Abschluss fand, war ein Versuch, die Chance, die die Krise bietet, zu nutzen. Weitere Kampagnen werden folgen.

Doch ohne Kampf kein Sieg: Ihr revolutionäres Geschick für künftige Kämpfe erprobten einige Teilnehmer im „Hamburger Fünfkampf“ in „mehr oder minder politischen Disziplinen“. Wer nicht weiß, was sich hinter dieser unernsten Art des politischen Trainings verbirgt, hat ernsthafte Gründe, am nächsten Pfingstcamp der SDAJ teilzunehmen. Es lohnt sich, wie sich Mühe und Arbeit der Berliner Genossen für Partei und Jugendverband in Ostdeutschland gelohnt haben. Bravo, Genossen, und herzlichen Dank!

8. Mai in Leipzig: Klassenkampf statt Weltkrieg!

Anlässlich des Jahrestag der Befreiung Deutschlands von Hitlerfaschismus durch die Allierten unterstützen wir die Internationale Antikriegsaktion „Klassenkampf statt Weltkrieg“. Gemeinsam mit den GenossenInnen von der FDJ, IG Metall und anderen Organisationen versammelten wir uns an diesem historisch wichtigen Datum bei einer Kundgebung am Nikolaikirchhof in der Leipziger Innenstadt. Das Anliegen der Veranstaltung war, darauf aufmerksam zu machen, dass die Welt 66 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wieder in Waffen steht und die Zukunft von uns allen in Gefahr ist, auch wenn es uns heute nicht so klar vor Augen ist, wie es eigentlich gut wär. Mit einer Rede über die Bundeswehr, in der wir darauf zu sprechen kamen, wie das deutsche Militär hier und überall dort auf der Welt, wo es präsent ist, den Frieden zerstört, leisteten wir unseren Beitrag zu dieser Aufklärungsarbeit:

Es war November des Jahres 1955, als die Geburtsstunde der Bundeswehr schlug. Trotz der Erfahrung aus der Zeit der Hitler-Diktatur von 1933 bis 1945, in der die deutschen Truppen in einem barbarischen Zug beinahe die ganze Welt in Brand setzten, begannen die Herrschenden der BRD mit der Wiederbewaffnung und führten die Wehrpflicht wieder ein. Der Anlass dafür, behaupteten sie, sei ein möglicher Angriff der Sowjetunion gewesen, des Befreiers von gestern, der mit größter Selbstaufopferung bei der Bekämpfung des Faschismus dabei war.

Heute, fast 20 Jahre nach der Auflösung des Warschauer Paktes und somit der Bannung der angeblichen militärischen Gefahr aus dem Osten und darüber hinaus in einer Zeit lebend, in der die BRD als das beliebteste Land der Welt gilt und so eigentlich keinen Angriff zu befürchten hat, erleben wir nicht etwa die Auflösung der Streitkräfte. Nein, wir erleben die Transformation des Heeres, die Aussetzung der Wehrpflicht und die Bestrebung, eine Berufsarmee aufzubauen. Diese auf den ersten Blick positive Entwicklung, bei der die BRD scheinbar nur dem Beispiel anderer EU-Staaten folgt und mit der Zeit geht, bedeutet in Wirklichkeit nur eins, nämlich dass aus einer Verteidigungsarmee eine weltweit einsatzfähige Interventionstruppe werden soll. Die stattfindenden, so genannten „friedenserzwingenden“ und „friedenserhaltenden“ Maßnahmen beuten in Wirklichkeit nichts anderes, als Angriffskriege und Etablierung von Besatzungsregimes sind und wie wir spätestens seit Afghanistan wissen, alles andere als ein Akt der Menschlichkeit. Die aufgezwungene Verbreitung westlicher Werte und bürgerlicher Demokratie ist einerseits ein rassistischer Akt, da wie bereits zur Zeit der Kolonisierung und der Sklaverei behauptet wird, dass die eigenständige Entwicklung der Länder, in denen man mit der Armee interveniert, unmöglich sei. Außerdem geht es natürlich auch gar nicht um das Wohl der Entwicklungsländer, sondern um den Schutz von „Freiheit, Demokratie und Wohlstand“, wie das selbst unsere Politiker einräumen. Durch die Einsätze verschieben sich die Herrschaftsverhältnisse in diesen Ländern, was dazu führt, dass man billig an die dort vorhandenen Ressourcen kommt, die ein rohstoffarmes Exportland wie die BRD natürlich braucht. Auch gehtum die Konkurrenz im westlichen Bündnis, denn wer mehr Geld und Truppen in das Kriegsvorhaben investiert, bekommt natürlich auch mehr Machtansprüche.

Doch neben der Hilfe für die Menschen in Afghanistan versprechen die auf zahlreichen Berufsmessen und in den Schulen verteilten Hochglanzbroschüren der Bundeswehr sowie die seit neustem in den Briefkästen zu findenden Anwerbeversuche vor allem eins: Nämlich eine sichere Zukunft, wovon sich die jungen Menschen ohne berufliche Perspektiven, von denen es hier im wirtschaftlich schwachen Osten reichlich gibt, schnell täuschen lassen können. In der Tat setzen sie bei diesem Unternehmen ihr Leben aufs Spiel und übersehen dabei, dass die Waffen, mit denen sie gegen die Bevölkerung der Dritten Welt ziehen, schon hier zu Lande im Frieden Zerstörungen anrichten: Genauso könnte man das Geld, welches in die Aufrüstung gesteckt wird, in den Bau von Bildungseinrichtungen oder in die Deckung der Kosten, die momentan durch Ausbildungs- und Studiengebühren bezahlt werden, investieren. Auch in anderer Hinsicht ist die Bundeswehr ein Zukunftskiller, nämlich in der, dass die militärische Intervention in anderen Ländern die BRD überhaupt erst zu einem potentiellen Ziel von Terroranschlägen macht und somit unser aller leibliches Wohl gefährdet. Von hier ist es auch nicht weit bis zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren im „Krieg gegen den Terrorismus“, gefolgt von einer Verwischung der inneren und äußeren Sicherheit zur Aufrechterhaltung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung durch den Einsatz von Militär bei öffentlichen Protesten und Streiks.

Mit der Bundeswehr ist also weder den Menschen in der Dritten Welt geholfen, noch ist damit für unsere Sicherheit gesorgt. Im Gegenteil: Die Bundeswehr zerstört unser aller Zukunft. Aus diesem lautet unsere Losung:

Keinen Menschen und keinen Cent für die Bundeswehr!

Die Grenzen verlaufen nicht zwischen Ost und West, nicht zwischen Nord und Süd. Sie verlaufen einzig und allein zwischen oben und unten. Aus diesem Grund sind wir heute hier, wir wollen an diesem 8. Mai erinnern, wozu der Militarismus in diesem Land schon zweimal geführt hat. Wir wollen nicht gegen andere Nationen in den Krieg ziehen, denn der Hauptfeind steht im eigenen Land und will genau diesen Krieg anzetteln.

Klassenkampf statt Weltkrieg!

Der Zug der Antikriegsaktion ist nun weitergefahren, um seine Botschaft an anderen Orten in Deutschland, Tschechien und Polen zu verkünden. Wir halten die Stellung hier in Leipzig und sind jederzeit bereit, der Bundeswehr gehörig in die Suppe zu spucken, wenn sie in unserer Stadt auf Beutefang geht.

1. Mai: Nazifrei!

arme kleine Nazis

Gegen 12 Uhr, bereits aus Halle zurückgekommen oder den Weg gar nicht angetreten, ahnend, dass die Demo sich wieder mal kaum einen Meter vom Fleck rühren wird, versuchte sich ein jämmerlicher Haufen von 6 Nazis daran, die Gewerkschaftskundgebung am Augustusplatz für ihre enthirnte Propaganda zu instrumentalisieren. Trotz dem Umstand, dass die Truppe von „Größen“ wie Tommy Naumann, einer Zentralfigur der Freien Kräfte Leipzig und Istvan Repaczki, dem verurteilten Kommunalwahlkandidaten der NPD in den Kampf gegen die „Arbeiterverräter“ von der DGB geführt wurde, blieb die Aktion ein einziger Reinfall. Zunächst mit einem Transparent von der Haltestelle „Nationaler Sozialismus jetzt!“ skandierend, wurden die Nazis zunächst gar nicht wahrgenommen. Erst als der braune Mob versuchte, den Kundgebungsplatz vor dem Gewandhaus zu stürmen, wurden die anwesenden Gewerkschaften und Parteien auf sie aufmerksam. Rasch wurden die Kameraden bedrängt und traten einen mehr oder weniger geordneten Rückzug Richtung Oper an (auf dem Bild zu sehen), wo sie Hilfe von den auf der anderen Straßenseite bereitstehenden Polizeibeamten erwarteten. Doch umsonst gehofft: Mit zerrissenem Transparent und reichlich demoralisiert wurden die Nazis auch noch von der Polizei wegdelegiert. Und das ist auch richtig so, denn mit Faschisten diskutiert man nicht. Leipzig bleibt nazifrei, am 1. Mai und sonst auch!

Vom Krieg und vom Frieden in Deutschland, Polen und Tschechien

Die Oberen sagen: Frieden und Krieg sind aus verschiedenem Stoff. Aber ihr Friede und ihr Krieg sind wie Wind und Sturm. Der Krieg wächst aus ihrem Frieden, wie der Sohn aus der Mutter, er trägt ihre schrecklichen Züge. Ihr Krieg tötet, was ihr Frieden übriggelassen hat.
Bertolt Brecht

Die Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929 war der Wind, aus dem der Sturm des zweiten Weltkrieges wuchs. Es war ein Krieg, der vom deutschen Imperialismus eingeleitet wurde; ein Krieg, der 55 Mio. Menschen das Leben kostete; ein Krieg, der mit dem Faschismus zeigte, in welche Barbarei der Kapitalismus die Welt führen kann; aber auch ein Krieg, der letztendlich durch gemeinsame Anstrengung vieler Völker beendet werden konnte.

Am 16.04 kamen in Leipzig Kommunisten aus Polen, Tschechien, der BRD sowie der ehemaligen DDR zusammen, um sich über die gemeinsame Geschichte dieses Kampfes und die momentane Lage in der Welt auszutauschen. Referenten berichteten von dem Vorgehen der tschechischen und polnischen Arbeiter in den Fabriken, Städten, Konzentrationslagern und in Widerstandsgruppen gegen die Faschisten, von den wenigen Deutschen, die mit ihnen kämpften und im Prager Exil 1938 die Freie Deutsche Jugend gründeten sowie von der richtigen Konsequenz, den Kapitalismus selbst, die Wurzel des Krieges, zu vernichten, die in Polen, Tschechien und einem Teil Deutschlands gezogen wurde.

Die Wende, die 1990 eintrat und diese drei Länder zurück in den Kapitalismus warf, zeigt deutlich, welche Bedeutung der kapitalistische Frieden für die Menschen hat. Die DDR wurde von der BRD annektiert, die Errungenschaften von vier Jahrzehnten wurden dem Erdboden gleich gemacht; das Volkseigentum von Polen und Tschechien wurde bis zu 30% bzw. 50% vom deutschen Kapital einverleibt. Die Folgen sind, wie auch wir jeden Tag in Leipzig beobachten können, Massenarbeitslosigkeit, Armut und der Verfall der Bildung. Dieser Drang nach Osten, den die neuen Herren befriedigen, zeigt letztendlich, dass es doch die alten Herren von vor über 60 Jahren geblieben sind.

Um darauf aufmerksam zu machen, dass durch die aktuelle Lage die Kriegsgefahr einen neuen Aufwind bekommt, zogen die rund 50 Aktivisten anschließend mit einer kleinen, aber lautstarken Demo einer Trommelspiel-Aufführung auf dem alten W50-Wagen durch die Innenstadt und kündigten die internationale Antikriegsaktion „Klassenkampf statt Weltkrieg“ an, die vom 8. Bis 22. Mai mit 5 LKWs durch die annektierte DDR, die Tschechische Republik und Republik Polen ziehen wird.

Am 8. Mai wird der Zug gegen 17 Uhr in Leipzig am Nikolaikirchhof Halt machen. Wenn du keine Lust hast, mit anderen darum zu kämpfen, wer die Ausbildung und Arbeitsstelle kriegt, um das Überleben zu sichern, dann sei auch du an dem Tag dabei. Denn diesen Kampf können wir nicht gewinnen, indem wir gegeneinander kämpfen, sondern nur, wenn wir uns zusammenschließen und gegen die Kapitalisten kämpfen.

In diesem Sinne: Klassenkampf statt Weltkrieg!